Kunsttherapie bietet Freiräume und Hoffnung

„Was? Kunst? Das kann ich nicht! Ich habe 2 linke Hände!“

„Ich kann nicht malen!“

Was ist Kunsttherapie nicht?

Talent ist etwas für Künstler, das brauchen Sie hier nicht!

Neugier auf sich selbst oder Offenheit  ist dagegen von Vorteil!

 

Viele Vorbehalte finden sich anfangs bei Menschen, die kunsttherapeutische Methoden nicht kennen. Das ist weit verbreitet und verständlich: 

Das Wort Kunst verbinden wir mit Schule und Kunstunterricht. Wir kamen dort jedoch wenig in Berührung mit dem Vertrauen in unsere schöpferische Seite und Einzigartigkeit. Wir mussten meist Vorgaben erfüllen oder sollten Phantasie haben. Zuletzt noch die Bewertung mit schlechten Noten für nicht Gelungenes hat uns frühzeitig den Eindruck vermittelt, dass schöpferisches Tun nur etwas für Talentierte ist. Weit gefehlt!  

Dennoch ist das die Vorstellung vieler Menschen bei dem Thema "Kunsttherapie." 

 

In meiner kunsttherapeutischen Begleitung  findet jedoch weder Therapie noch „Malstunde“ statt und KÖNNEN müssen Sie schon gar nichts.  Sie werden stattdessen staunen, dass oft verborgene Hinweise auf Lösungen  im Entstehen eines Bildes liegen, bei dem es nicht um das Endergebnis geht.  Meist gehen die Berührungsängste schnell vorbei, wenn man den ersten Kontakt damit hatte und merkt, dass keine Bewertung stattfindet, immer auf die Ressourcen geschaut und wertschätzend gearbeitet wird, es einfachste Hilfen gibt, etwas auszudrücken, neue Erkenntnisse poisitiv überraschend wirken und plötzlich möchte jeder mehr aus sich "herausholen". 


Vielleicht kennen Sie die Kunsttherapie sogar schon aus einem klinischen Kontext?

Sie findet in den unterschiedlichsten Bereichen Anwendung und verfügt über zahlreiche Varianten des Zugangs zum Menschen.

Was ist Kunsttherapie also?

 In Gesundheit:

Die eigenen Stärken wissen viele an sich selbst nicht zu schätzen. Jeder hat einen ganz individuellen Blick auf sich selbst und die Welt. Unser Denken und unsere Haltung ist geprägt von dem, was wir erleben. Und das ist der Grund, warum wir die Dinge so tun, wie wir sie tun. Jedes Verhalten und Denken hat seinen Grund und seine Berechtigung. 

 

Nicht selten übersehen wir dabei jedoch unsere inneren Stärken und vergessen, dass es neben den vertrauten auch viele andere Wege gibt, mit einem Thema umzugehen.  Das ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern von "bisher unentdeckt". Und gerade da liegt oft eine Lösung!

In der Kunsttherapie erweitern Sie Ihre Blickwinkel, kommen in Kontakt mit Ihren Stärken und schöpfen neue Kraft.  Kunsttherapie bringt oft mit kleinsten Mitteln und gezielten Fragen überraschende Perspektiven und mehr Klarheit in Ihr  Leben.

 

Vielleicht werden Sie sich besser verstehen, ein aktuelles Thema verarbeiten, sich ernster nehmen oder aktiver werden, z.B. indem Sie  Ihr Handeln ggf. neuen Erkenntnissen anpassen, Grenzen setzen, Selbstliebe entwickeln, ein beschränkendes Muster abstreifen, Ihre Persönlichkeit stärken oder etwas anderes über sich erfahren. 

 

In Krankheit:

Viele meiner Klienten suchen wegen eines Apoplex, eines Karzinoms oder eines Problems Unterstützung. Manche Patienten befinden sich  in ärztlicher Behandlung und ich begleite sie mit Kunsttherapie, um die Selbstheilungs-Kräfte zu fördern. Gestärkt werden u.a.  die Resilienz (seelische Widerstandskraft), die Koordinationsfähigkeiten, die kognitive Beweglichkeit,  die Affekte werden  stabilisiert u.v.m.

 

Ich arbeite zudem mit  Trauernden,  Menschen, die immer an den falschen Partner geraten,  Genesenden, die an ihrer Gesundung aktiv mitarbeiten wollen und Menschen in Übergangssituationen.  

Am Beispiel des Schlaganfallpatienten möchte ich einzelne Aspekte der möglichen Wirkungsweise herausgreifen und verdeutlichen:

 

Ein Schlaganfall bringt einschneidende Folgen mit sich in den verschiedensten Bereichen. Die Fachtherapie "Kunsttherapie" fördert den Austausch über die Erkrankung, den Kontrollverlust, den Schock der plötzlichen Lebensveränderung, die eigenen Gefühle, Hoffnungen, Ängste und Ziele. Dieser Prozess führt zur Entlastung, Linderung, oft auch überraschend zur Besserung der Symptome. 

 

Aphasie und Neglect beeinträchtigen oft den Alltag. Der bildnerische Ausdruck kann auch eine andere Möglichkeit sein, sich mitzuteilen, wo Aphasie Grenzen aufzeigt. Bei schweren Beeinträchtigungen hat der Patient Möglichkeiten der alternativen Verständigung.

 

Stimmungen und Emotionen, also Einblicke in die eigene Befindlichkeit, das eigene Erleben, das Selbstbild und die Beziehung zu anderen können ohne Sprache manchmal besser ausgedrückt werden.

Mit Kunsttherapie entwickeln Patienten Freude beim gestalterischen Tun, stärken ihre kognitiven Fähigkeiten und die Koordination, sorgen für innere Entspannung, was für die Genesung sehr unterstützend ist.

Es findet oft eine Auseinandersetzung mit dem Schock des "Einschnitts Schlaganfall" statt, und nicht selten entstehen auf bildnerische Weise Bewältigungswege.

 

 

 

 

Weitere Fallbeispiele:

 

Der Fall:

Hier ein Bild von H. Klein.

COPD-Patient, gemalt im Bett, wenige Tage vor seinem Tod.

 

 

Bildtitel: "Der Karnevalist".   

 

Obwohl Herr Klein nicht mehr aufstehen konnte, nur noch äußerst beschwerliche Tage  verbrachte, auf seinen Tod wartete und "alles beschissen" fand, hatte er Lust zu malen, als ich ihm das eines Tages anbot. Ich war sehr überrascht.

 

 

 

Mühsam hielt er den Pinsel.

 

Herrn Kleins Leben war für ihn sinnlos geworden nach dem Tod seiner geliebten Ehefrau. Er konnte kaum noch sprechen, aber die Erinnerungen an den Karneval, der für ihn im gesamten Leben sehr wichtig war, stimmten ihn trotz starker Beschwerden sehr  positiv. Das Motiv hatte er ausgewählt.

Im Anschluss schien er vergnügter. Es war unser letztes Treffen, wenige Tage danach verstarb er friedlich.

 

 

Der Fall:

50jährige Patientin, die in jahrelanger Therapie ein traumatisches Ereignis verarbeitet hatte , entwickelte  den Wunsch, das Leben ab sofort etwas leichter zu nehmen und sich neu zu erleben.

Sie wollte nach Jahren der Einschränkungen die "wildere Seite" an sich mit Kunsttherapie erforschen.

 

Sie hatte in der körpergroßen Bildarbeit neue Blickwinkel auf ihren Körper gewonnen und ihre Grenzen anders definiert.

Im "Körperbild" bearbeiteten wir die einzelnen Bereiche. Die Patientin konnte überraschende und befreiende Erkenntnisse für sich entdecken. Aus einem "sozialen Rückzug" wurde ein "sich zumuten" und damit ein Zugewinn an Freude, Lebendigkeit und neuen Kontakten. Was mit kleinen Tanzeinheiten zu Beginn als Einführung in das Körpererleben begann, drückte sich das zum Abschluss in einem wilden Tanz der Freude über das neue Körperbewusstsein aus.

 

 


 Der Fall: 

Eine Brustkrebspatienten , die eine anstrengende, körperlich sehr fordernde Behandlung abgeschlossen hat und aktuell genug hatte von den schweren Gefühlen, die sie lange erlebte, zudem belastet von der Sorge, ob sich wohl noch ein Rezidiv entwickle, wie es weitergehe u.v.m. , befasste sich mit der Bewältigung dieser Themen.

Nach dem Vorlesen einer berührenden Geschichte gestaltete sie ihr Herz, wie es im Moment aussah. 

 

 Bei der Klientin  rückte auf einmal das Leben im Hier und Jetzt in den Vordergrund, die zarten Farben und Symbole repräsentierten das, was ihr gut tat  und sie sich wünschte: Nähe, Wärme, stärkende Beziehungen, Urlaub am Meer, keine Behandlungen mehr,  u.a.

 

Es gab auch Leerstellen, wie die Leerstellen in ihrem Leben, in dem etwas fehlte.

Auch dieses Thema wurde im Gespräch aufgegriffen.

Der Wunsch nach Meer, Sonne und Leichtigkeit , ohne Belastungen und Sorgen wird in weiteren Gesprächen bearbeitet.

Was kann im Moment der Belastung helfen? Was steht im Weg? 

Wie lässt sich das ändern?

 

Dies ist ein kurzer, sinngemäß wiedergegebener Auszug aus einer Sitzung.

 

 Der Fall:

 

Eine 18jährige Schlaganfall-Patientin, deren Erkrankung spät erkannt wurde.

 

Sie litt in der Folge an schwersten Einschränkungen kognitiver und motorischer Art.

 

Sie muss diverse anstrengende Trainingsprogramme absolvieren, viele ärztliche Untersuchungen über sich ergehen lassen, die Diagnose und ihre Folgen verarbeiten.

 

Kunsttherapie dient hier auch der Entspannung. 

 

Langsam und unter großer Anstrengung tastete sie sich an das Motiv heran.  Ihr Sonnenuntergang war in düsteren Farben gemalt und das entsprach ihrem Erleben zum damaligen Zeitpunkt. Ihre Studienpläne schienen geplatzt und jeglicher Mut war verloren.

Mit größter Anstrengung und doch hingebungsvoll hatte sie mit der Zeit Freude an der Bildarbeit. 

Hier ging es im ersten Schritt um Annahme der Situation, wie sie ist.

Akzeptanz ist ein wichtiger, aber unglaublich schwerer  Schritt im Überlebensprozess. Erst später entwickelte sich in der Zusammenarbeit neuer Lebensmut.

 

Praxistermine

 

Für Einzelklientinnen/-klienten und Gruppen biete ich kunsttherapeutische Begleitung in unterschiedlichem Rahmen an. Das psychologische Gespräch hat dabei immer einen sehr wichtigen Stellenwert. Die Gestaltung ist oft, nicht immer, der Anfang und Ausgangspunkt dafür. Durch diese Arbeitsweise lässt sich in kurzer Zeit viel erreichen.

 Sie können gerne auch konventionelle Beratung in Anspruch nehmen und kunsttherapeutisches Arbeiten einmal ausprobieren.  Viele meiner Klienten sehnen sich nach Veränderung  in ihrem Leben, ohne genau zu wissen, wohin. Wir bringen diesen Wunsch mit der aktuellen Situation in Einklang,. Jeder folgt seinem individuellen Weg und manchmal hält dieser überraschende Blickwinkel bereit.

 

 

Sinnes-Spaziergang

Mit dem nächsten kleinen Schritt

dem Leben begegnen.

 

Depressive Verstimmungen, Ängste oder schwere Gefühle bei Trauer oder in einer Krise verschwinden nicht nur durch Bewegung und guten Willen. Oft gehört die Behandlung in die Hände von Fachärzten, aber jeder Mensch kann selbst auch etwas beitragen.

 

Stärken Sie sich durch Bewegung und kommen Sie ins LEBEN zurück. Bewegung ist für vieles das beste Rezept.

 

Machen Sie den ersten kleinen Schritt und tun Sie etwas gegen das "Innere  Grau" . 

 

Hier gibt es die Möglichkeit, sich zu zeigen, wie Sie sind, Verständnis zu finden, nichts zu MÜSSEN, hier wächst Kraft für Ihr HEUTE. Die Sinne stärken, das Leben "wahr-nehmen" , die Angst zum Schweigen bringen, sich austauschen, u.v.m.

Begeben Sie sich  mit kleinen Impulsen von mir  in eine andere äußere und auch innere Umgebung mit würdigender Begegnung.

Machen Sie eine Pause für den Kopf.

Ein Spaziergang in Akzeptanz und Begegnung,  mit  Wertschätzung Ihrer Person.

Dauer: ca.  45 min.

 

stärkung und Kreativität für Kinder

Kinder-Kunstatelier

Kinder-Kunst -Atelier.

Kinder profitieren in dieser Kreativ-Zeit von den zahlreichen Möglichkeiten, ihre Persönlichkeit zu stärken und evtl. schwierige Momente zu vergessen.

Im Kinder-Kunstatelier am 3. Dienstag im Monat genießen Kinder vergnügliche Beschäftigungen  ohne Pflichten und Sorgen. Ihre seelische Gesundheit wird gefördert.

Alter: ca. 5-10 Jahre